Video-Letters - Meine Geschichte, Deine Geschichte

Seit Mitte 2007 läuft das von Aktion Mensch geförderte Projekt "Video-Letters". In diesem arbeiten Jugendliche aus verschiedenen Berliner Bezirken (Hellersdorf, Kreuzberg, Lichtenberg, Friedrichsfelde, Wedding, Moabit, Pankow, Prenzlauer Berg) zu Themen wie z.B. "Mein Stück Berlin", "Meine Lebenssituation", "Rassismus und Ausgrenzung" oder "Meine Familiengeschichte".

Die Arbeit wird in Videoletters (kurze Videoclips) dokumentiert und an die jeweils anderen Gruppen geschickt. Über die Videoletters treten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen miteinander in einen Austausch, neue Themen werden angeregt, in weiteren Videoletters können Beiträge kommentiert oder die eigene Sichtweise eingebracht werden.

Ziele

Ziel des Projektes ist ein Austausch unter den teilnehmenden Gruppen, wie z.B. Jugendlichen aus Kreuzberg und Hellersdorf. Aus unserer langjährigen Erfahrung in der politischen Bildungsarbeit wissen wir vom Bildungsteam e.V., dass die gegenseitigen Vorbehalte oft groß sind, ohne je in einem der anderen Stadtteile gewesen zu sein oder jemand von dort zu kennen. Die Jugendlichen sollen von den anderen erfahren, wie sie leben, was ihnen wichtig ist, wovon sie träumen, wie sie ihren Bezirk sehen, was die Probleme und schönen Seiten dort sind. Sie sollen aber auch über sich selbst nachdenken und reflektieren. Dazu gehört eine kritische Auseinandersetzung mit den Bildern, die in den Medien über soziale Gruppen vermittelt werden, denen sie sich zugehörig fühlen. Die Videoletters ermöglichen es, die eigene Sicht und Vorstellung in Bilder umzusetzen und einer kleinen Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im Laufe des Projekts haben die Jugendlichen auch die Möglichkeit, sich persönlich kennen zu lernen und gemeinsam ein Festival vorzubereiten, an dem ihre Filme vorgestellt werden.

Noch ein paar Details zum Projekt

Das Projekt richtet sich vor allem an Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren. Die Gruppen treffen sich in der Regel wöchentlich und werden dabei von je zwei MedienpädagogInnen angeleitet. Zusätzlich gibt es das Angebot zweier Wochenendseminare. Deren Inhalte sind u.a. eine kritische Auseinandersetzung mit Medien, das Erlernen von Videotechniken und die Themen "Politik" und "Öffentlichkeit". Die Jugendlichen werden mit den Strukturen demokratischer Öffentlichkeit vertraut gemacht und ermutigt, öffentlich für ihre Anliegen um Unterstützung zu werben. Sie werden auch möglichst weitgehend an der praktischen Organisation des abschließenden Videofilmfestivals beteiligt.